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Im Fotograben bei The Notwist, der besten deutschen Band der Welt, das ist schon noch etwas besonderes für mich.
Meinen Konzertbericht, den ich für pretty in noise geschrieben habe findet ihr hier…

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Vom 23. Januar bis zum 26. Januar gibt es wieder das Ambientfestival in der St. Aposteln Kirche in Köln. Ich weiß nicht, ob ich irgendwann müde werde die Leute zu diesem wunderbaren Ereignis zu quatschen, aber jetzt habe ich immerhin auch etwas zu zeigen: Ich habe dort im vergangen Jahr meine Interview-Webserie from out of sounds gestartet, aus deren Material ich jetzt den offiziellen Trailer geschnitten habe.

Geht da hin, verdammtnochmal!

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Und noch das zweite Video zu from out of sounds. Wir haben es vor fast einem Jahr aufgenommen und eigentlich nur als eine Art Testballon, aber es war gut. Weiß der Himmel, warum ich es erst heute veröffentlicht habe.

Ich bin ein wenig fasziniert von Videos ohne Schnitt. Neben den praktischeren Gründen weniger Aufwand betreiben zu müssen und nur eine Kamera zu brauchen, denke ich, dass es eine ganz eigene Qualität hat zum Beispiel ein gutes Musik-, oder Konzertvideo zu machen, das in einem Take, mit nur einer Kamera aufgenommen wurde. Die Möglichkeiten sind natürlich eingeschränkt, aber ich denke sowieso, dass einem eingeschränkte Möglichkeiten oft auch helfen können eigene Wege zu finden.

Ganz großartige Videos macht in dieser Form der nimmermüde Kanadier Mitch Fillion, der in den letzten Jahren Southern Souls aufgebaut hat und mit einem irrsinnigen Output Videos raushaut, die eben ihren eigenen Stil haben und ihre ganz eigene Kreativität und viel mehr als andere wirklich im Moment der Session stecken. Ich bin großer Fan.

So groß, dass ich mich jetzt mal selbst daran versucht habe und meine Freunde von I See Lights vergangene Woche beim Konzert filmte. Das war eine sehr spontane Sache, bei der ich mir erst kurz vorher das Aufnahmegerät für den Sound ausgeliehen habe und bei der vorher spielenden Band mit viel Tape und einer alten Kameratasche etwas zum Aufhängen dafür gebaut habe. Dafür ist auch der Sound ganz gut geworden.
Ausserdem war der für Konzerte nicht unbedingt ausgelegte Club Zone 6 sehr schön und fotogen und die Band sowieso. Und ich habe von den Songs die ich filmte habe auch den besten Take beim besten Song erwischt.

Videos in der Form aufzunehmen macht auf jeden Fall viel Spaß und wenn man dann auch noch die Einsparungen in der Postproduktion bedenkt, dann frage ich mich ein bißchen, warum ich beim Ambientfestival mit drei Kameras gefilmt habe und die 300 Gigabyte jetzt auf der Festplatte darauf warten bearbeitet zu werden, aber das ist eine ganz andere Geschichte…

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Nebenbei bemerkt, mache ich Musik. Ich frickle dem Diletantismus fröhnend am Computer an Ambient herum. Zum einen ist das eine Musiksparte, die meine fehlende Kompetenz zulässt, zum anderen höre ich auch gerne Ambient. Und das was am Ende bei mir heraus kommt, das mag ich auch und ein bißchen denke ich sogar, dass es tatsächlich gut ist, aber natürlich ist mit bewußt, dass ich mir selbst keine objektive Beurteilung geben kann.

Seit sieben Jahren findet in Köln das Zivilisation der Liebe Festival statt. Dass sich die Veranstalter mit dem Titel keinen richtigen Gefallen taten, merkten sie wohl auch schon selbst, so findet man das Festival meistens besser unter dem jeweiligen Motto des Jahres (diesmal „Gaudium Et Spes“) und die Webseite heißt auch eher provan ambientfestival.de.

Ort der Konzerte ist die St. Aposteln Kirche am Neumarkt, die dafür von Lichtkünstlern ausgeleuchtet wird, so dass auch andere Sinne etwas davon haben. Wenn ich richtig gerechnet habe, dann bin ich dieses Jahr das vierte, oder das fünfte Mal dabei und vielleicht liegt es daran, dass ich vor ein paar Jahren noch ein exzessiver Konzertgänger war und heute nicht mehr so, aber es ist für mich zu DEM musikalischen Highlight des Jahres geworden, auf das ich mich auch schon im Vorraus ziemlich lange freue.

Morgen geht es wieder los, ich habe mir den Kalender frei gerümpelt und werde die vier Tage mit dabei sein. Donnerstag bis Sonntag jeden Abend in der kalten Kirche sitzen und Musik zuhören, die kaum Struktur hat. Das ist nicht für Jeden, aber erstaunlicher Weise hat sich das Festival schon recht früh zu einem Ereignis in Köln entwickelt, das immer ein faszinierend heterogenes Publikum findet. Jedes Jahr ist zum Beispiel auch ganz vorne eine kleine Familie mit Kindern, so um die 4-7 Jahre alt, mit dabei. Eine ältere Frau mit Gehilfe und lebhafter Neugier hatte es zu nächtlicher Zeit auch mal in die Kirche verschlagen.

Dieses Jahr kenne ich zum ersten Mal mehr als die Hälfte der Musiker und ich bin mir nicht sicher, ob das gut ist, oder schlecht, denn Erwartungen vertragen sich nicht unbedingt mit Faszination und Überraschungen, denn eigentlich waren fast alle Konzerte bisher immer zumindest interessant, aber oft auch großartig.

In Köln ist etwas gelungen, das selten ist: dass Avantgarde Publikum findet und so eine Veranstaltung funktioniert und gedeiht, ohne dass es große Namen braucht, oder viel Werbung. Man kann den Organisatoren von e´de cologne nur gratulieren und danken, denn sie machen jedes Jahr einen fantastischen Job.

Jedes Jahr laufe ich also im Januar zum Kompakt-Store in Köln, um mir mein Festivalticket zu kaufen. Dieses Jahr allerdings war es etwas besonderes, denn ich habe dort mein erstes Demo unter dem Namen Zeljovid Boris abgegeben (Siehe Bild oben). Irgendwie war der Zeitpunkt erreicht, an dem ich das Selbstvertrauen hatte und endlich mal Tracks fertig. Huerequeque kann man auch anhören (und für einen Dollar runterladen) bei zemljovidboris.bandcamp.com. (Für Huerequeque habe ich vor einem halben Jahr auch ein kleines Video gemacht und hier gepostet). Der zweite Track Rey werde ich auch noch bei Bandcamp hochladen, bis dahin ist er in der Soundcloud zu hören.

Ambient isn´t for everyone. But for me it is. Wenn meine Musik jemandem gefällt, dann kann er das gerne auch schreiben und sie weiterempfehlen.

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Dank Boris Illuminate ist mir meine eigene Unzulänglichkeit wieder klar geworden und eine Geschichte eingefallen, die eigentlich schon ne ganze Ecke her ist, aber trotzdem nett genug um hier erzählt zu werden. (Ausserdem muss ich ja mal wieder was schreiben.)

Es tut mir ja ein bißchen weh, so lange keine Konzertfotos gemacht zu haben, aber im Moment bietet sich keine Gelegenheit dazu. Dazu kommt, dass ich irgendwann den Entschluss gefasst habe, nicht mehr bei Konzerten zu fotografieren, für das ich Geld gezahlt habe und ich die Band sehen will, denn vom Konzert bekommt man als Fotograf nur wenig mit.
Es ist noch länger her, dass ich Konzerte analog fotografiert habe und vielleicht liegt es daran, dass sich mit einem gewissen zeitlichen Abstand alles verklärt, aber ich glaube, dass ich analog besser Konzerte fotografiert habe als später digital. Man fotografiert eben wesentlich fokussierter und konzentrierter, wenn man keine Serienbildaufnahmen machen kann und auch nicht mehr als 72 Bilder zur Verfügung hat. Ausserdem war meine kleine Minolta wesentlich geeigneter bei schlechten Lichtverhältnissen manuell scharf zu stellen.
Fotografiert habe ich auch nur kleine Konzerte (das größte war Underworld im Kölner Palladium und gleichzeitig die schlechteste Konzertfotografieerfahrung ALLER ZEITEN), bei denen sich die Beteiligten fast darüber gefreut haben, dass jemand mit Kamera aufkreuzt. (Das ist heute natürlich auch anders.)

Vor fast 7 Jahren (musste ich googeln) habe ich José Gonzalez im Stereo Wonderland in Köln fotografiert. Und das Stereo Wonderland ist wirklich klein und die Bühne auch. Und wenn jemand im Stereo Wonderland auf der Bühne auf einem Stuhl sitzt, dann muss man sich entweder in die erste Reihe stellen, auf die Theke setzen, oder sehr groß sein, um zumindest die Stirn des Auftretenden zu sehen.
Weder körperlich noch vom Bekanntheitsgrad war José Gonzalez zu der Zeit besonders groß und trotzdem war das Stereo Wonderland, vor allem durch seine ebenso geringe Größe, ziemlich voll.

Ich stand zuerst in der zweiten Reihe und war so unzufrieden, dass ich den Toilettengang eines Konzertbesuchers in der ersten Reihe dazu nutzte, mich frech auf die kniehohe Bühne zu setzen. Ich war jetzt sehr zufrieden, weil ich sehr nah dran war. Ich fotografierte nach Herzenslust und war an diesem Tag sogar bereit, meine eigene Philosophie ein wenig ruhen zu lassen, Leuten, die ich nicht gefragt habe, so auf den Pelz zu rücken, wie José Gonzalez an dem Abend. Jemandem das Objektiv so ins Gesicht drücken, der so schüchtern war wie er das würde ich im Nachhinein so auch nicht mehr machen.

Das Video um ein bißchen zu verdeutlichen, wie José Gonzalez seine Konzerte gibt.

Fotografisch gesehen war ich allerdings voll im Moment, klatschte aber artig nach den Songs und rückte in der Enge des Raumes zur Seite, weil es nicht anders ging, als José Gonzalez die Bühne verlassen wollte nach Beendigung des normalen Sets. Bis er wieder die Bühne betrat und den ersten Song der Zugabe anfing, blieb ich in einer unbequemen Sitzposition und wollte etwa 30 Sekunden danach wieder zurück rücken.
Ich hatte nicht bemerkt, dass ich mit dem Umnähsaum der Gesäßtasche meiner Jeans am von der Bühne führenden Mikrophonkabel hängen blieb und da ich in dem Moment mit dem Rücken zum Geschehen saß, sah ich nicht, dass ich dem auf der Gitarre spielenden, sitzenden José Gonzalez langsam das Mikrophon weg zog, der daraufhin, zum Glück ein wenig lachend, aufhörte zu spielen. Die Scham und die Blamage lagen ganz auf meiner Seite, aber immerhin erheiternd.

Nach dem Konzert konnte ich mich bei José Gonzalez entschuldigen. Er fragte mich, ob ich denke, dass die Fotos was geworden sind und dass es dann nicht so schlimm sei. Ein sehr netter Mensch.

Am nächsten Tag stand ich dann vollkommen übermüdet im Labor der Fachhochschule Köln, spulte die zwei Filme auf (einen 400er und einen 1600er), mischte Chemie an, entwickelte beide Filme und stellte irgendwann fest, dass ich den 1600er mit der Zeit des 400ers und den 400er mit der Zeit des 1600ers entwickelt hatte.

Und plötzlich war ich wach.

Es gibt zwei Bilder, die irgendwie noch zu retten waren. Um den Rest trauere ich bis heute.