Täglich werden wir konfrontiert mit Dingen, die wir nicht instande sind zu begreifen. Vor allem die Zahlenspielereien der Medien haben einen Grad der Abstraktion erreicht, bei dem es auch zunehmend egal zu sein scheint, dass immer öfter mehr oder weniger bewußt die Verhältnisse verschwiegen werden, die diesen Zahlen zugrunde liegen.

Wie viel Öl ist im Golf von Mexiko nochmal ausgelaufen? Wie viele Menschen sind übergewichtig? Wie viele Menschen sterben jedes Jahr an Krebs?
Genannt werden Zahlen, die empirisch belegt werden können, denen jededoch die Greifbarkeit abhanden gekommen ist, weil niemand in der Lage sein kann, sich eine Menge von 800 Millionen Litern reinen Alkohols vor zu stellen, die in Deutschland jedes Jahr getrunken wird.

Chris Jordan ist ein Fotograf, der versucht hat diese Verhältnisse mit visuellen Mitteln dar zu stellen. Erfolgreich war er jedenfalls in der Hinsicht, dass man begreift, dass man nichts begreift, aber dass es sich zumindest lohnt über seine Rolle in einer Gesellschaft nach zu denken, die längst jeden Bezug zu sich selbst verloren hat.

Das Ted-Video ist vielleicht schon etwas älter, ich vermute aber, dass sein Projekt Running the Numbers an Aktualität nicht mehr verlieren wird.
Seine Seite ist wirklich faszinierent und toll gemacht. www.chrisjordan.com

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2 Responses to Chris Jordan – Running the Numbers

  1. Mel sagt:

    Danke, ich teile das sehr gerne :)

  2. […] Über Chris Jordan hab ich schonmal geschrieben, etwa vor 13 Monaten. Es war einer meiner ersten Posts überhaupt, ursprünglich sogar noch bei meinem tumblr-Anfang. Es ging um seinen TED-Talk, in dem er sein Projekt Running the Numbers vorstellte, mit dem er Statistiken fotografisch (Betonung liegt auf -graphisch) und mit digitaler verfielfältigung umsetzte, die als bloße Zahl zu abstrakt wurden, als dass man noch so etwas wie eine Bedeutung dahinter spührte. […]

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